Volle Kalender erklären, warum Treffen schwierig zu organisieren sind. Sie erklären weniger gut, warum immer dieselbe Person die drei Terminvorschläge schicken muss. Freundschaft darf Planung brauchen. Die Initiative sollte nur nicht dauerhaft auf einer Seite wohnen.
Sechs Leute wollen essen gehen.
Montag kann A nicht.
Dienstag B.
Mittwoch C.
Donnerstag D.
Freitag E.
Vielleicht ist das Problem irgendwann nicht mehr der Kalender, sondern die Idee, dass immer alle dabei sein müssen.
Ich fand es früher irgendwie traurig, Freunde drei Wochen im Voraus in den Kalender einzutragen. Inzwischen sehe ich auch die andere Seite: Zwischen Arbeit, Partner, Sport und anderen Verpflichtungen wird genau diese Zeit bewusst freigehalten. Spontanität ist schön. Ein reservierter Samstag kann ebenfalls ziemlich viel Wertschätzung sein.
Einen guten Freund sehe ich manchmal einen Monat nicht.
Wenn wir uns dann treffen, ist nach zehn Minuten eigentlich alles normal.
Was mich mehr nervt, ist der Weg dahin: „Wie sieht nächste Woche aus?“ – „Schlecht, die danach?“ – „Da bin ich weg.“
Irgendwann steht ein Bier am Donnerstag in drei Wochen im Kalender.
Funktioniert. Fühlt sich nur manchmal ein bisschen absurd an.